Vespa-Tour 2013 – Zwei Seiten einer Medaille – Mühlviertler Kurven und bayrische Autobahn

Rote Vespa im MühlviertelExtrem abwechslungsreiche Tagestour durch das oberösterreichische Mühlviertel – in einen der nördlichsten Winkel Österreichs und durch Bayern entlang der Staatsgrenze nach Salzburg.

Auch wenn die jeweiligen Etappenziele und viele Routen der heurigen Rollertour auf mir bereits bekannten Wegen führen, so ist der zweite Tag die große Ausnahme. An diesem Tag ist fast die komplette Strecke eine Erst-Erfahrung.

Wir verlassen den Enns-Donau-Winkel auf der B123 über die Mauthausener Brücke und beginnen die Fahrt durchs Mühlviertel Richtung Pregarten. Die Donau lassen wir auf der „Österreichischen Romantikstraße“ schnell hinter uns – aber wir werden ihr später noch mal begegnen. Von Pregarten aus orientieren wir uns auf der B124 – der wir auch (viel) später nochmal begegnen – in Richtung Gallneukirchen. Da sollte es eigentlich eine Abschneider über Engerwitzdorf geben, aber ich habe die Abzweigung habe ich irgendwie verpasst.

Ab Gallneukirchen geht es so richtig ins Mühlviertel hoch – und das ist wörtlich gemeint – denn im Mühlviertel hat man immer das Gefühl einen Berg hoch zu fahren – zumindest wenn man nach Norden fährt. Das tun wir auf malerischen Landstraßen, durch Halbach und Reichenau im Mühlkreis immer Richtung Bad Leonfelden. Hier hab ich dann eine Abkürzung gefunden, die ich gar nicht gesucht hatte. Über Almwege und Dorfstraßen erreichte ich Bad Leonfelden und die Sauwaldbundesstraße, die ich eigentlich über Schenkenfelden erreichen wollte – aber auch gut – eine Erstbefahrung steckt voller Überraschungen.

Rote Vespa in HühnergeschreiÜberraschend wenig Verkehr begleitete mich an diesem Sonntagmittag über die B38. Und so brachte mich die „Mühlviertler Weberstraße“ schnell durch die sanften Hügel und die geschmeidigen Kurven gen Westen. Die Verkehrssituation ließ ein zügiges cruisen zu, sodass ich kaum einen Gedanken über die weitere Route bis nach Rohrbach verlor. Das änderte sich gründlich nach der Überquerung der B127 in Richtung Sarleinsbach. Denn das Gebiet in diesem nördlichen Zipfel von Österreich entpuppte sich als wahres Roller-Wonderland, in dem es fast egal ist welchen Weg man einschlägt. Sie führen immer in die richtige Richtung. Überhaupt hat sich diese Ecke mal einen mehrtägigen Aufenthalt mit einigen Vespa-Rundtouren verdient. Die frei und spontan gewählte Route durch Hühnergeschrei (ja – den Ort gibt es wirklich – siehe Bild) und Hofkirchen im Mühlkreis zur Donaubrücke nach Niederranna offenbarte so manches Streckenkleinod, das mich an meine geschätzten Wienerwald-Touren erinnerte. Der Böhmerwald im Norden hat auch sicher noch einiges zu bieten.

Nachdem mich also die Donau wieder hatte, folgte ich Ihrem Lauf stromaufwärts auf der B130 bis nach Engelhartszell. Einmal mehr muss ich feststellen, dass Straßen entlang von Flussläufen meist beste Voraussetzungen für gelungene Roller-Routen bieten. Die natürlichen Kurven-Verläufe und die frische Brise sorgen meist dafür, dass die Vespa „ins Fliegen kommt“ – bildlich gesprochen. Dafür, dass man sich nicht zu lange mit derlei Gedankenmalerei aufhält, sorgten auf den nächsten Kilometern die ebenfalls ausgeflogenen Motorradfahrer – für die sich nach der Abzweigung in Engelhartszell – auf der B136 – ein Berg- & Serpentinen-Himmel auftat. Und auf dem sich manche aufführten, als wollten sie möglichst schnell endgültig gen Himmel fahren. Nach einer kurzen Rast mit Blick über den Donaustrom bis zur Schlögener Schlinge – geht für uns die Fahrt in gemächlicherem Tempo weiter. Nach wie vor gen Westen unterwegs, orientieren wir uns Richtung Schärding, mit dem wir – nun der „Barockstraße“ folgend – auch die österreichische Staatsgrenze erreichen.

Ab hier ändert sich der Charakter dieser Tour um 180°. Nachdem bei Schärding der Inn überquert wurde folgen wir auf deutschem Staatsgebiet der Autobahn ähnlichen B512, die zur B12 wird und uns in fast wahnsinnigem Tempo parallel zum Inn nach Simbach bringt. Gemütliches fahren hat hier keinen Platz, da der „begleitende“ Autoverkehr die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 100 km eher als Mindestgeschwindigkeit auslegt. Wobei ich sagen muss, dass ich trotz „nur“ 95 km/h Höchstgeschwindigkeit meinerseits kein allzu riskantes Überholmanöver erlebt habe. Noch ärger wird es auf dem nächsten Streckenabschnitt hinter Simbach – denn hier ist man überhaupt auf einem Autobahnzubringer unterwegs, der uns zur B20 und weiter nach Burghausen bringt. In Zukunft werde ich diesen Abschnitt wohl eher meiden und eine Route durchs Innviertel suchen, um dieser Raserei aus dem Weg zu gehen – das ist keine Roller-Strecke – aber schnell war‘s. Dafür entschädigt die B20 von Burghausen bis Tittmoning mit perfekten Rollerkurven, ehe uns der weitere Verlauf der Bundesstraße schnell nach Salzburg zum heutigen Etappenziel führt.

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  1. […] Engelhartszell und Schärding durch das Innviertel Richtung Salzburg hinunter zu stechen – ähnlich meiner Route 2013), entschied ich mich aufgrund des Wolkenbildes für die trockener und direkte Variante Richtung […]


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