Vespa-Tour 2013 – Neue Kombination alter Routen

Rote Vespa am KniepassVor allem für die Vespa sehr anstrengende Gebirgs-Tagestour. In S-Form von Salzburg übers kleine deutsche Eck, durch den Pongau und über den Katschberg nach Kärnten.

Nach der gelungenen Experimental-Route am zweiten, folgten altbekannte Strecken-Abschnitte – neu kombiniert – am dritten Tag. Der Weg von Salzburg über das kleine Deutsche Eck ist mittlerweile so was wie eine Heimatstrecke für mich geworden. Das liegt zum einen an der B21, die an Bad Reichenhall vorbei – immer der Saalach folgend – in schnellen Kurvenkombinationen bis zum Grenzübergang bei Unken hochführt (Bundesstraßen-in-Flusstälern-sind-super-Beweisstück-A). Aber das liegt vor an der B311, die ich mehrmals und immer wieder als einen österreichischen Rollerhimmel bezeichnen werde.

Von Lofer bis Saalfelden folgt Kurvenschwung auf Kurvenschwung in traumhafter Almlandschaft – auf einer ausreichend ausgebauten Straße, die kaum für Konfliktpotential mit anderen VerkehrsteilnehmerInnen sorgt. Auch der weitere Streckenverlauf – immer entlang der Saalach (Bundesstraßen-in-Flusstälern-sind-super-Beweisstück-B) – bis Zell am See, das entweder im Tunnel schnell „durchfahren“ werden kann oder die Gelegenheit zu einer kurzen Rast bietet. Nun der Salzach folgend blickte ich kurz nach rechts, zur Abzweigung Richtung Großglocknerstraße, als ich diese am Weg Richtung Taxenbach passierte. Auch dieser Abschnitt der B311 ist schöner und abwechslungsreicher zu fahren, als ich es aus dem Jahre 2010 in Erinnerung hatte. Erst die letzten Kilometer – vorbei an der Abzweigung ins Gasteinertal – hinunter nach St. Johann im Pongau sind dann Autobahn-ähnlich und bringen einen schnell durch einige Tunnel zu unserer nächsten wichtigen Abzweigung.In St. Johann im Pongau verlassen wir die Schnellstraße und orientieren uns auf der B163 Richtung Wagrain/Altenmarkt. Diese führt uns gleich nach dem Ortsgebiet steil in die Höhe, um dann mit schönen Kurvenkombinationen durch diese klassischen österreichischen Skigebiete zu führen. Leider hatte ich viel Kolonnen-Verkehr, was zum einen der Tauern-Autobahn-Zubringer-Funktion geschuldet ist, und zum anderen mit einer Sperre der nördlich, parallel verlaufenden Katschbergbundestraße zu tun hatte. Die B99 erreichen wir kurz vor Radstadt. Dieser werden wir nun fast bis zum Tagesetappenziel folgen. Aber davor gilt es noch zwei Pässe zu erklimmen.

Rote Vespa in ObertauernVon Radstadt aus geht es nun fast 1000 Meter hoch in die gleichnamigen Tauern, die im Ort Obertauern auf 1739m ihren Höhepunkt finden. Bis dorthin hat man es mit einer gut ausgebauten Bergstraße zu tun, auf der sich sanft steigende Alm-Passagen, mächtige Serpentinen und enge Flusstäler abwechseln. Auf der südlichen Seite fällt die Straße gemächlich in den Lungau ab. Hier hat man noch einmal die Gelegenheit die landschaftlichen Schönheiten auch während der Fahrt zu genießen, ehe nach der Vorbeifahrt an Mauterndorf und St.Michael der Kampf mit dem Katschberg beginnt.

Diese Katschberg-Passstraße gilt nicht zu Unrecht als eine der steilsten in Österreich. Die engen Kurven auf dem eher schlechten Fahrbahnbelag machten selbst dem BMW vor mir Mühe. An eine Reisegeschwindigkeit über 50 km/h ist gar nicht zu denken – meine Vespa orientierte sich mit anhaltender Steigung eher Richtung 30-40 km/h. Ich wählte diese Route als kleine Reminiszenz an meine allererste Rollertour im Jahr 2004 – ich wusste damals offensichtlich nicht was ich meiner Vespa antat. Auf diesem Aufstieg erreicht das Zweirad einen Grenzbereich, den ich ihm in Zukunft ersparen werde. Nach einer kurzen Abkühlphase auf der Passhöhe machte ich mich auf Kärntner Seite an den Abstieg, der noch steiler als der Aufstieg ist – und somit die Bremsen ans Limit bringt. Der Fahrer selbst darf hier nicht zu hitzig werden, sondern muss kühlen Kopf bewahren und voll-konzentriert die Vespa von Serpentine zu Serpentine fast nach unten tragen.

Rote Vespa am KatschbergAber sobald man das ärgste Gefälle überwunden hat, eröffnet sich eine traumhafte und kurvenreiche Strecke im Schatten der Tauernautobahn. Unter den zahlreichen Pylonen, auf denen die Autobahn durch und über das Liesertal geführt wird, schlängelt sich die B99 immer dem Fluss entlang (Bundesstraßen-in-Flusstälern-sind-super-Beweisstück-C). Diese 20 Kilometer Rollerfreuden entschädigen für die anstrengende Passüberquerung und bringen uns (fast viel zu) schnell an den Millstätter See, den wir nach der Abzweigung beim Autobahnknoten auf der B98 bis nach Millstatt entlangfahren, um in meinem Stammquartier – der Villa Margarethe – einige entspannte, rollerfreie Tage zu genießen.

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One CommentHinterlasse einen Kommentar

  1. […] ich gemütlich den kompletten Weg im vierten Gang absolvieren, was auf anderen Alpenquerungen wie Katschberg oder Turracher Höhe eher die Ausnahme ist. Nach einem Felssturz im Jahr 2013 musste ich noch die […]


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