Vespa-Tour 2013 – Über die Alpen ins Mostviertel

Rote Vespa am Triebener TauernEine fast perfekte Tagestour von Kärnten über die Tauern und durchs Mur- und Ennstal ins Mostviertel.

Nach der unfreiwilligen Übernachtung in Millstatt – die übrigens samt der weiteren Transportkosten vom ÖAMTC-Schutzbrief gedeckt waren und rückwirkend bezahlt wurden („Danke dafür“) – nahm ich den Bus nach Spittal, um dort meine Vespa in der Werkstatt zu besuchen. Zu meinem Glück hatte sie nur einen „über den Durst getrunken“ und war komplett abgesoffen. Nach einer kurzen Behandlung in der Werkstatt vom Zweiradhändler Rödlbach konnte die Tour von Kärnten Richtung Oberösterreich doch noch auf zwei Rädern weitergehen.

Wegen der vorgerückten Stunde am späten Vormittag entschied ich mich für einen direkteren Heimweg – wieder zurück durch die engen und fließenden Kurven des Liesertal. Diesmal verließ ich die Katschbergbundesstraße aber bei  Kremsbrücke in Richtung Innerkrems. Sind die ersten Kilometer dieser Umfahrung der eigentlichen Passhöhe – die aber wesentlich steiler ist – noch gut ausgebaut bzw. teilweise sogar frisch asphaltiert, so ist der letzte Teil über den Bergrücken eine Almstraße mit starkem Weiderostaufkommen. Zwar ist diese Variante etwas „flacher“ als der Weg über die Katschberghöhe – nichtsdestotrotz fragte ich mich, ob der ursprüngliche Weg über die Turracher Höhe nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Auch die Abfahrt – vorbei am Hochofen-Museum – hatte ich von meiner letzten Befahrung vor zwei Jahren etwas besser in Erinnerung. Damals wählte ich die weitere Strecke in den Norden über die Radstätter Tauern – heuer wollte ich durch das Murtal fahren, den Alpenhauptkamm bei den Triebener Tauern zu überwinden.

Die B95 und die B97 bringen einen immer entlang des Flusses und durch Murau flott und leichtfüßig in Richtung Osten. Schöne Kurvenpassagen wechseln sich mit schnellen Geraden. Das ist eindeutig Bundesstraßen-in-Flusstälern-sind-super-Beweisstück-D, ehe wir auf die B317 wechseln die uns als autobahnähnliche Schnellstraße – aber ohne Mautpflicht – bis knapp vor Judenburg bringt. Zwar ist die Raserei nicht ganz so zwingend wie einige Tage zuvor in Bayern, aber trotzdem war ich froh, als der Wegweiser den Linksabbieger auf die B114 in Richtung Triebener Tauern ankündigte. Hier beginnt nach dem verhältnismäßig kurzen, aber gut ausgebauten Anstieg ein kleiner Rollerhimmel, der über ein Hochplateau mit verhältnismäßig schnellen Kurvenkombinationen und durch eine traumhafte Kulisse zwischen Berggipfeln und Kuhweiden führt. Nach der Überquerung des Scheitels führen steile und breit-ausgebaute Serpentinen wieder ins Tal, das wir ohne große Umschweife weiter Richtung Norden queren um gleich die nächste Steigung in Angriff zu nehmen.

Rote Vespa auf der Landstrasse im WaldDie letzte Anhöhe meiner Alpenquerung brachte mich auf einer kleinen Landstraße nach Admont, wo wir aber nicht der klassischen Route durch das Gesäuse folgten – eine Strecke, die ich aber definitiv noch auf meiner To-Do-Liste habe, sondern wir orientierten uns in der Stiftstadt Richtung St. Gallen auf der B117, die uns mit flotten Rollerschwung ein Eck ins Ennstal abschneiden ließ. Wieder leicht bergauf-bergab durch Wälder mit der einen oder anderen schärferen Kurve kommt man schnellen Rades nach Altenmarkt bei St. Gallen wo wir auf die B115 treffen und auf dieser linker Hand dem Ennstal folgen. Auch wenn die Bundesstraße extrem gut ausgebaut ist und auch höhere Kurvengeschwindigkeiten zulässt, ist die Szenerie – das Asphaltband eng zwischen Steilwänden und Flusslauf – eine beeindruckende. Die Straßenbreite bietet nervösen Autofahrern, die die Strecke oft wie ihre Westentasche kennen genug Platz zum Überholen. So lässt sich die Fahrt samt der schnellen Kurven entspannt genießen und trotzdem schnell Kilometern machen. Die Freude währt bis Großraming um von der nächsten abgelöst zu werden.  Hier zweigen wir rechts in Richtung ab.

Die etwas verschlafene Landstraße ist ein erster Vorgeschmack auf meine geliebten Mostviertler Kurven, ehe der letzte Anstieg des Tages uns hoch nach Maria Neustift bringt. Aber die Steigung ist genauso wie die Abfahrt auf der anderen Ortsseite nur mehr ein gemütliches Auslaufen nach den bereits geleisteten Höhenmetern. Die weitere Route durch das Mostviertel in Richtung Donau kann eigentlich frei gewählt werden und bedarf keiner vorgeplanten Route, das (fast) alle Wege irgendwie in die gewünschte Richtung führen und tolle Roller-Strecken sind – die es immer wieder neu zu entdecken gilt. Ein perfekter Abschluss einer wunderschönen Tour – die ich wohl doch besser über die Turracher Höhe gestartet hätte.

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