Mit der Vespa über die Großglocknerstraße

Tagestour von Salzburg nach Zell am See und über den Glockner an den Millstättersee.

Rote Vespa an der GlocknerstraßeNachdem ich im Vorjahr mit meiner Glockner-Überquerung gescheitert war, beschloss ich diesmal die komplette Tour auf einen wettertechnisch perfekten Roller-Wandertag auszurichten. Die Tagestour nahm ihren Ausgang in Salzburg und führte über das kleine deutsche Eck nach Lofer, wo ich die B311 nach Zell am See, die ich nicht nur einmal als perfekte Roller-Landstraße bezeichnen möchte. Wunderschöne Landschaft, zügiges Tempo und traumhafte Kurven liefern eine Vorlage für den Roller-Himmel.

Rote Vespa auf der Edelweissspitze an der GlocknerhochalpenstraßeGleich hinter Zell am See beginnt das „Abenteuer Höhenstraße“ in Bruck an der Glocknerstraße. Zurerst zaghaft, nach der Mautstelle immer steiler schraubt man sich Kehre für Kehre in die Höhe. Aber keine Angst, die Straße ist auch mit älteren Rollermodellen tadellos befahrbar – und wir auch dementsprechend benutzt. Alleine ist man auf dieser Route nie.

Aber breite Straßen bieten genug Platz um aktiv zu überholen (oder eher überholt zu werden). Abgesehen davon war es mir ganz recht bei der Abfahrt einen holländischen Wagen vor mir  zu haben, der im Bergstraßenfahren wenig Erfahrung zeigte – so wurde nicht ich als Grund für die sich bildende Kolonne auserkoren. Außerdem verstehe ich nicht ganz, warum auf der ausgewiesenen Tourismus-Straße es einige dermaßen eilig haben, zumal die hupenden Autos alle keine heimischen Kennzeichen hatten.

Rote Vespa mit zufriedenem Fahrer vor dem GroßglocknerDer Glockner braucht Zeit – und die sollte man sich nehmen – viele Zweirad-Parkplätze laden zu Pausen ein, in denen man das herrliche hochalpine Panorama genießen kann. Die betonierte Infrastruktur inkl. riesigem Parkhaus beim Gipfelblick gegenüber des Pasterze Gletschers muten hingegen äußerst befremdlich an und ist wohl ein steingewordenes Relikt einer autofanatischen Vergangenheit.

Der Glocknerstraße folgend erreicht man mit den letzten Kehren Heiligenblut. Die B107 (offizielle Nummer der Glocknerstraße) und die B106 bringen uns als sanfter Ausklang bis nach Spital an der Drau, von wo aus wir die Villa Margarethe in Millstatt ansteuern, um am Millstättersee etwas Entspannung nach der anstrengenden Roller-Wanderung zu genießen.

Notfallplan – mit dem Zug durch die Alpen

Halbtagestour von Kärnten nach Salzburg durch die Tauernschleuse.

Reparaturpause mit der roten VespaLeider war mir das Wetterglück für meine geplante Süd-Nord-Überquerung der Glockner-Hochalpenstraße nicht hold. Angesichts des Regens und einer Panne mit dem Kupplungsseil entschloss ich mich von Millstatt aus über Spital an der Drau zum Talende nach Mallnitz zu fahren und dort mit der „Tauernschleuse“ die Alpen zu unterqueren.

Rote Vespa am AutoreisezugRegelmäßige „Autoreisezüge“ pendeln zwischen Kärnten und Salzburg. Der Verlader machte bezüglich der Befestigung meiner Vespa zwar einen nicht ganz vertrauenserweckenden Eindruck. Aber die Gurten mit denen Zweiräder und Autos festgezurrt werden hielten und ich konnte nach einigen Minuten im Zugabteil meine Reise auf Salzburger Seite durch das Gasteiner Tal fortsetzten.

Die Gasteinertal Bundesstraße (B167) ist auch schon das malerischste, was diese Route herzugeben hat. Der weitere Verlauf Richtung Norden auf der B311 nach St.Johann im Pongau und auf der B159 über Bischofshofen nach Salzburg ist wenig spektakulär. Vor allem, wenn man eigentlich den Glockner erfahren wollte, was ich im Jahr darauf auch geschafft habe.